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Altria spin-off in Kraft und Philip Morris International aus Sicht der Steuer

 

Die Steuer Katastrophe für deutsche Aktienhalter an amerikanischen Aktienunternehmen – Altria spin-off

 

Am Beispiel der spin-offs von Altria kann man die Steuer Kapriolen der deutschen Finanzbehörden interessiert beobachten. Allerdings soll dies auch als eine Warnung für Depotbesitzer mit amerikanischem Inhalt zu verstehen sein, gerade angesichts der Abgeltungssteuer in 2009.

Für die Steuerbehörden sind spin-offs, die nicht dem deutschen Umwandlungssteuerrecht unterliegen, grundsätzlich steuerpflichtige Dividendeneinnahmen.

 

Die Geschichte der teuren Scheindividenden

 

Wer am 16.März 2007 einen Anteil an Altria in seinem Depot hatte, bekam am 30. März 2007 pro Anteilsschein 0.692024 Aktien an Kraft Foods. So hat Altria alle Anteilsscheine von Kraft Foods im Rahmen eines Spin-Off an seine Aktionäre verteilt. Das ganze ist aber für den Aktienbesitzer ein Nullsummenspiel, denn der eingebuchte Wert lässt gleichzeitig den Aktienwert der Altaktie im selben Wert sinken.

Der gesetzliche Besteuerungstatbestand sieht hier jedoch eine steuerpflichtige Dividendeneinnahme, auch wenn das nichts mit einer Einnahme zu tun hat!

Im nachfolgendem Jahr gab es dann bei Altria einen weiteren spin-off in die Philip Morris International, nun wird die steuerliche Katastrophe noch einmal richtig erhöht, der Staatssäckel freut sich!

Im April 2008 fiel der Altria-Kurswert von 47,0 Euro auf  14,50 Euro !  Richtig! Dafür bekam der erfreute Anteilseigner die Philip Morris International Aktie ins Depot eingebucht, nur auf den ersten Blick wieder ein Nullsummenspiel, denn diese 33,00 Euro waren leider wieder als Dividende zu versteuern. Da die Dividenden noch mit dem halben Wert zu versteuern sind, ist ein Steuerzahler mit 40 Prozent eigenem Steuersatz an einem Tag um 14% ärmer geworden.

In 2009, wenn die Abgeltungssteuer mit 25 % plus Soli und Kirchensteuer ( 28 %) greift der deutsche Staat noch besser zu, da die komplette Ausschüttung zu versteuern ist. Daher sollte man zukünftig von amerikanischen Aktienunternehmen, die besonders spin-off freudig sind, besser die Finger lassen.

Über 2 Jahre hinweg gesehen summieren sich die steuerbedingten Verluste eines Altriaaktionärs nur aufgrund neutraler Abspaltungen auf mehr als 20 Prozent seines Depotvermögens. Wäre doch ein schöner Fall für Frontal21 ?

 

uch wenn dieser Steuerfall nun schon Jahre zurückliegt, die Steuerbehörden leben diesen “Steuerbetrug” weiter! Aktionäre von amerikanischen Großkonzenrnen, die sich immer wieder mal aufspalten sollten auf der Hut sein!

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