Archiv für die Kategorie „Aktie“
Altbestände an Aktien und Anleihen aufgepasst
Bis Ende letzten Jahres gab es kein wichtigeres Thema wie die Abgeltungssteuer. Nun, seid Anfang Januar 2009 greift die Abgeltungssteuer direkt im Depot zu, einerseits die Dividenden oder Kupons, andererseits bei den Kursgewinnen. Wenigstens fällt dann die viele Schreibarbeit und Sortierarbeit für die Jahressteuererklärung weg !
Die Ausnahme sind aber die Altbestände an Aktien, also vor 2009 erworbene Wertpapiere. Zwar wird hier auch die Dividende durch die Abgeltungssteuer direkt geschmälert, aber für Kursgewinne ( nach der Haltefrist ) greift hier Abgeltungssteuer nicht.
Hier hilft aber nur eine saubere Trennung zwischen Altbeständen an Wertpapieren, denn sonst gilt first-in first out ! Daher empfiehlt auch der Bankenverband ein zweites Depot !
Für Neubestände an Aktien und Anleihen ein Zweitdepot
In ein zweites Depot, bei der selben Bank oder einer anderen neu eingerichtet, trennt dann ganz klar Alt- und Neubestände. So kann jeder Anleger jederzeit entscheiden, ob er lieber aus dem Depot der Neubestände 2009 beispielsweise Aktien verkaufen will, die unanhängig von der Haltedauer unter die Abgeltungssteuer fallen, oder ob er steuerfrei Kursgewinne aus den Altbestände Depot für sich sichert.
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Milliarden-Betrüger Madoff : Schuld ja, Leid ja, Scham ja !
Früher gab es das Unwort des Jahres, heute hat Bernhard Madoff das Wort des Jahres erfunden, damit wird er unsterblich in die Geschichte eingehen !
Ich bekenne mich schuldig. Es tut mir sehr leid. Ich schäme mich.
Ein historischer Moment, Madoff wird als der größte Betrüger der bisherigen Finanzgeschichte eingehen. Wertpapierbetrug, Urkundenfälschung, Geldwäsche, Computerbetrug, Meineid sind einige der Straftaten.
65 Milliarden US-Dollar soll Madoff veruntreut haben, mit einem genialen aber auch bekannten Schneeballsystem. Auf Madoff konzentrieren sich jetzt mit aller Macht für die Amerikaner und die Welt das Gesicht von Verantwortungslosigkeit und Gier.
Doch wer ist Madoff ?
Ein amerikanischer Tellerwäschertraum aus dem damals armseligen Lower Eastside Manhattans. Nach dem Jurastudium ohne Abschluss jobbte er alsRettungsschwimmer, als Installateur usw., und 1960 hatte er sich 5000 US-Dollar zusammengespart, die er gleich als Startkapital für seine Firma : Bernhard L. Madoff Investments Securities steckte.
Aktienhandel mit weniger Gebühren als die Konkurrenz führten dazu, dass Madoff schnell der Größte an der Wall Street wurde.
Nun wird die zweite Firma, spezialisiert auf Vermögensverwaltung, gegründet. Ein Self made Millionär war geschaffen.
Er setzte schon sehr frühzeitig auf den Computer. Bereits in den 80er Jahren liefen deshalb bis zu 15 Prozent aller Börsengeschäfte an der New Yorker Börse über ihn. Welch ein Insiderwissen !
Rezession verführte wohl zum Betrug
Um weiter in der Oberliga mitzuspielen, erfand Madoff sein Schneeballsystem, das ihn dann nie mehr wieder losließ. So wechselten im Laufe der Jahre insgesamt 170 Milliarden Dollar über ihn seinen Besitzer.
Madoff `s Credo
Investiere in sichere Standartwerte und sichere das ganze Portfolio mit Derivaten gegen Kurseinbrüche ab ! So einfach kann es sein !
Nur, es gab überhaupt keinerlei nachweisbaren Geschäfte dieser Art im Konkreten die letzten Jahre. Alles nur virtuell erstellt, aber das äüßerst professionell ! Neue Kunden bezahlten die Erträge der alten Anteilseigner !
Das bekannte Ende einer " tadellosen Bilanz fairer Geschäfte und hohen ethischen Maßstäben " kam dann Ende 2008, als viele Anleger ihr Erspartes, ihr Geld, nicht nur vituell als Computerausdruck zurückhaben wollten, zuviele auf einmal !
Für viele Anteilseigner ein Ende des Lebens als Privatier ?
Aktien Attraktivität durch hohe Dividendenrendite vorgetäuscht
Als Anleger in Aktien, was ja in der derzeitigen Wirtschaftslage nicht allzu attraktiv bewertet wird, muss man derzeit auch besonders aufpassen. Die in den Tageszeitungen aufgezeigten Dividendenrenditen zeigen möglicherweise ein falsches Bild. Warum ?
Die Dividendenrendite wird aus der zuletzt ausgeschütteten Dividende in Relation zum Aktienkurs berechnet.
So zeigt eine Aktie, die aktuell 10 Euro kostet und 50 Cents Dividende ausgeschüttet hatte, eine Dividendenrendite von 5 Prozent.
Diese Kennziffer, die in normalen Börsenzeiten ein überlegenswertes Kriterium für die Auswahl von Aktien sein kann, hat aber in turbulenten Börsenzeiten weniger Aussagekraft.
Dividendenrenditen in Rezessionsphasen
Der Aktienkurs der obigen Aktie fällt um 50 % auf 5 Euro. Schon steigt die angegebene Dividendenrendite auf 10 Prozent ! Warum ?
Die Berechnung wird immer noch mit der letzten Dividendenausschüttung von 50 Cents gemacht.
So erscheint auf den ersten Blick diese Aktie noch attraktiver als zuvor. Aber aufgrund zurückgehender Gewinne in diesem Jahr wird die Dividende um 50 Prozent au 25 Cent gekürzt, dann wäre die reale Dividendenrendite wieder bei 5 % .
Also Augen auf beim möglichen Aktienkurs. Es soll sogar Aktien geben, bei denen der Aktienkurs momentan unter der Dividendenausschüttung aus dem letzten Jahr liegt !
Das Spiel mit Aktien auf höchstem Niveau

Herzlichen Dank an Personaler Online für diesen so treffenden Comic. Hier findet man das Spiel mit den Aktien auf höchstem Niveau. Wieviele unbedarfte Leser von Börsenbriefen, Aktienberatungsmailings oder verschiedener Finanzblogs konnten nicht hinter die Kulisse blicken und müssen jetzt direkt oder indirekt, wenn der Steuerzahler für die derzeitige Finanzmisere mit Stützungszahlungen bei Banken usw. einspringt, bluten.
Aber Gewinner muss es ja auch versteckt irgendwo geben, denen eine Rezession oder auch eine Rezessionsangst weiterhilft.
Die Steuer Katastrophe für deutsche Aktienhalter an amerikanischen Aktienunternehmen
Am Beispiel der spin-offs von Altria kann man die Steuer Kapriolen der deutschen Finanzbehörden interessiert beobachten. Allerdings soll dies auch als eine Warnung für Depotbesitzer mit amerikanischem Inhalt zu verstehen sein, gerade angesichts der Abgeltungssteuer in 2009.
Für die Steuerbehörden sind spin-offs, die nicht dem deutschen Umwandlungssteuerrecht unterliegen, grundsätzlich steuerpflichtige Dividendeneinnahmen.
Die Geschichte der teuren Scheindividenden
Wer am 16.März 2007 einen Anteil an Altria in seinem Depot hatte, bekam am 30. März 2007 pro Anteilsschein 0.692024 Aktien an Kraft Foods. So hat Altria alle Anteilsscheine von Kraft Foods im Rahmen eines Spin-Off an seine Aktionäre verteilt. Das ganze ist aber für den Aktienbesitzer ein Nullsummenspiel, denn der eingebuchte Wert lässt gleichzeitig den Aktienwert der Altaktie im selben Wert sinken.
Der gesetzliche Besteuerungstatbestand sieht hier jedoch eine steuerpflichtige Dividendeneinnahme, auch wenn das nichts mit einer Einnahme zu tun hat!
Im nachfolgendem Jahr gab es dann bei Altria einen weiteren spin-off in die Philip Morris International, nun wird die steuerliche Katastrophe noch einmal richtig erhöht, der Staatssäckel freut sich!
Im April 2008 fiel der Altria-Kurswert von 47,0 Euro auf 14,50 Euro ! Richtig! Dafür bekam der erfreute Anteilseigner die Philip Morris International Aktie ins Depot eingebucht, nur auf den ersten Blick wieder ein Nullsummenspiel, denn diese 33,00 Euro waren leider wieder als Dividende zu versteuern. Da die Dividenden noch mit dem halben Wert zu versteuern sind, ist ein Steuerzahler mit 40 Prozent eigenem Steuersatz an einem Tag um 14% ärmer geworden.
In 2009, wenn die Abgeltungssteuer mit 25 % plus Soli und Kirchensteuer ( 28 %) greift der deutsche Staat noch besser zu, da die komplette Ausschüttung zu versteuern ist. Daher sollte man zukünftig von amerikanischen Aktienunternehmen, die besonders spin-off freudig sind, besser die Finger lassen.
Über 2 Jahre hinweg gesehen summieren sich die steuerbedingten Verluste eines Altriaaktionärs nur aufgrund neutraler Abspaltungen auf mehr als 20 Prozent seines Depotvermögens. Wäre doch ein schöner Fall für Frontal21 ?
Aktienanlage, Risikoschutz durch Diversifikation ?
Nicht nur bei institutionellen Anlegern, auch bei privaten Anlegern ist die Diversifikation, sprich, die breite Aufstellung eines Aktiedepots in mehreren Ausrichtungen eine möglicher Schutz vor Anlagerisiken.
So ist auch die globale Ausrichtung zur Risikostreuung eine Diversifikation. Die Rückschläge eines Wirtschaftsraumes ( Europa, Asien, Amerika ) kann so eventuell durch Aktienkurssteigerungen eines anderen Wirtschaftsraumes ausgeglichen werden.
Die amerikanische Subprimekrise, die sich zu einer weltweiten Wirtschafts- und Finanzkrise ausweitet, hat jedoch gezeigt, dass die globale Ausrichtung eines Depots alleine für sich nicht vor Verlusten schützen kann.
Bei der derzeitigen Zinssenkungspolitik vieler führender Notenbanken wird der Inflationsdruck sich erhöhen. Sogesehen ist auch eine globale Diversifikation bei Staatsanleihen keine Risikominderung im Depot. Staatsanleihen sind aber eine mögliche Diversifikationsmöglichkeit Richtung unterschiedlicher Assetklassen. Aber hier heisst es primär auf die Bonitätsklassen zu achten.
Das Währungsrisiko als Unsicherheitsfaktor ist natürlich bei globalen Anlagen auch noch zu bedenken.